Gewinnquoten beim Roulette: Wie stehen die Chancen?

Bei Roulette dreht sich alles, genau wie bei jedem anderen Glücksspiel, um die Gewinnchancen. Um das meiste aus Ihrem Roulettespiel herauszuholen, ist es deshalb von entscheidender Bedeutung, zu wissen, wie oft Sie erwarten können, zu gewinnen, und welchen Hausvorteil des Casinos Sie zu überwinden haben.

roulette oddsWenn von Gewinnchancen beim Roulette die Rede ist, bezieht sich dies im Wesentlichen auf den Hausvorteil – den Vorteil, den das Casino gegenüber dem Spieler hat. Bei amerikanischem Roulette beträgt der Hausvorteil bei fast allen Einsätzen 5,26 % (oder 2/38), während dieser Wert beim europäischen Roulette 2,70 % (1/37) beträgt. Grundsätzlich lässt sich der Hausvorteil errechnen, indem die Anzahl der Nullen auf dem Rad durch die gesamte Anzahl an Fächern bzw. Zahlen auf diesem dividiert wird. Dies trifft zumindest für standardmäßige Roulettespiele zu, deren Gewinnauszahlungen fair wären, wenn das Rad nur 36 Zahlen ohne Null aufweisen würde.

Hierbei handelt es sich jedoch nur um die elementarsten Grundlagen der Gewinnchancen beim Roulette. Um sich ein Grundverständnis des Ablaufs dieses Spiels zu verschaffen, ist es ratsam, sich ein wenig umfassender mit dem Thema zu befassen.

Gewinnauszahlungen und -Chancen beim Roulette

Lassen Sie uns damit beginnen, mit welcher Wahrscheinlichkeit Sie verschiedene Einsätze beim Roulette gewinnen werden und warum die Gewinnchancen letztendlich für jeden Einsatz auf denselben Hausvorteil herauskommen. Im Rahmen dieser Beispiele gehen wir von amerikanischem Roulette aus, allerdings kann dieselbe Kalkulation auch ohne Weiteres für europäisches Roulette zur Hand gezogen werden.

Ein Eins-zu-eins-Einsatz, wie beispielsweise Rot/Schwarz, wird dann vom Spieler gewonnen, wenn die Kugel auf einem der 18 Fächer der entsprechenden Farbe landet. Somit haben Sie als Spieler eine Gewinnchance von 18/38, oder, in Prozent ausgedrückt, von ca. 47,37 %. Die Berechnung des Hausvorteils für einen Einsatz mit einer Gewinnauszahlung von Eins zu Eins ist also einfach wie folgt: In 47,37 % aller Fälle werden Sie den Einsatz gewinnen und in 52,63 % aller Fälle werden Sie verlieren.

Die daraus folgende Kalkulation zur Berechnung des Hausvorteils lautet also:

0,4737 – 0,5263 = -0,0526 (oder 5,26 %)

Allerdings wird es ein wenig komplizierter, wenn von anderen Einsätzen die Rede ist. Angenommen, wir wollten beispielsweise einen Einsatz auf eine einzelne Zahl machen. Dieser Einsatz zahlt bei einem Gewinn 35:1 aus. Wir gewinnen nur dann, wenn genau die Zahl, auf die wir gesetzt haben, getroffen wird. Somit ist unsere Gewinnchance bei jeder Drehung des Rads 1/38, oder 2,63 %. Gewinnen wir, so gewinnen wir 35 Einheiten. Dem gegenüber steht eine Einheit, die wir verlieren würden, wenn unsere Zahl nicht getroffen wird.

Die daraus folgende Kalkulation zur Berechnung des Hausvorteils lautet also:

(0,0263 * 35) – 0,9737

0,9211 – 0,9737 = -0,0526 (wiederum 5,26 % Hausvorteil).

Obwohl Gewinnchancen und -Auszahlungen für die verschiedenen Roulette-Einsätze sich voneinander unterscheiden, bleibt der Hausvorteil letztendlich immer derselbe. Dies macht Roulette insofern zu etwas Besonderem, als, dass viele andere Glücksspiele eine strategische Vorgehensweise voraussetzen. Bei Roulette hingegen ist alles, was ein Spieler tun muss, um zu gewinnen, seinen Einsatz zu machen.

Gewinnchancen beim Roulette

Viele der berühmten großen Gewinner in der Geschichte des Roulettes waren Spieler, die auf ein verzerrtes Rad gestoßen sind und dieses zu ihrem Vorteil ausgenutzt haben. Eine Verzerrung in einem Rouletterad tritt dann auf, wenn es einen Herstellungsfehler gegeben hat oder dieses nicht richtig instandgehalten wurde, um sicherzustellen, dass jedes Fach mit gleich hoher Wahrscheinlichkeit getroffen wird. Wenn ein Rad eine Verzerrung zugunsten einiger bestimmter Zahlen aufweist, dann ist es für Spieler möglich, dies zu ihrem Vorteil auszunutzen, wenn diese Nummern oft genug getroffen werden; denn dies wiederum würde es ermöglichen, den Hausvorteil des Casinos zu überwinden.

Doch wie oft muss eine Zahl getroffen werden, um es einem Spieler zu ermöglichen, profitabel auf diese zu setzen? Um diese Frage korrekt zu beantworten, ist es wichtig, in Erinnerung zu behalten, dass das Roulettespiel fair auszahlen würde, wenn das Rad 36 Fächer und 36 Zahlen aufweisen würde. In diesem Fall müsste die Zahl, auf die wir gesetzt haben, einmal in 36 Drehungen, also 2,78 % aller Male, gewinnen, um auf Plusminusnull zu kommen (den Break-even-Punkt zu erreichen). Das ist bedeutend mehr als die 2,63 % aller Male, die Sie gewinnen müssten, wenn Sie an einem amerikanischen Rad spielen, bzw. die 2,70 % aller Male, die Sie an einem europäischen Rad gewinnen müssten.

Dies veranschaulicht, warum es für Casinos so wichtig ist, dafür zu sorgen, dass ihre Rouletteräder nicht die geringste Verzerrung aufweisen. Der Vorteil des Hauses bei Einsätzen auf einzelne Zahlen basiert auf nur minimalen Unterschieden zwischen den Gewinnauszahlungen und den Gewinnchancen. Wenn diese Margin auch nur geringfügig abgeändert wird, bedeutet das, dass der Spieler auf einmal den Vorteil gegenüber dem Casino hat.

Nehmen wir beispielsweise an, eine einzelne Zahl auf einem europäischen Rouletterad wird mit einer zu erwartenden Wahrscheinlichkeit getroffen, die bei 5 % über der Zufallswahrscheinlichkeit liegt. D. h. also, dass diese Zahl im Durchschnitt 21 Mal getroffen wird, während jede andere Zahl im Durchschnitt 20 Mal getroffen wird. Diese Abweichung wäre bereits ausreichend, um dem Spieler einen, wenngleich geringfügigen, Vorteil zu geben. Würde eine einzelne Zahl bei 3 % aller Drehungen getroffen werden, hätte der Spieler einen enormen Vorteil, nämlich von 8 %, gegenüber dem Casino.

Die Wahrscheinlichkeit von unwahrscheinlichen Ausgängen beim Roulette

Spieler wollen oft wissen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit von ungewöhnlichen bzw. unwahrscheinlichen Ereignissen beim Roulette ist. Eine Frage, die unter Spielern immer wieder aufkommt, ist beispielsweise, wie oft sie alle ihre Chips (ihre Bankroll) unter Verwendung des Martingale-Systems verlieren würden. Das Martingale-System besteht, kurzgefasst, darin, Einsätze zu verdoppeln, wann immer der vorangegangene Einsatz verloren wurde. Abhängig von dem geltenden Höchstlimit an dem Roulettetisch würde es sieben verlorene Eins-zu-eins-Einsätze hintereinander brauchen, bevor das Höchstlimit erreicht wird. An diesem Punkt wird der Spieler seine Einsätze nicht weiter erhöhen können. Auf einem europäischen Rouletterad liegt die Wahrscheinlichkeit, dass dies eintrifft, bei 1:106.

Unwahrscheinliche Ausgänge können sich manchmal auch zu Ihren Gunsten auswirken. Es ist nicht unmöglich, dass dieselbe Zahl zwei oder sogar dreimal hintereinander getroffen wird, allerdings ist dies nichts, worauf Sie sich verlassen sollten! Vor jeder Drehung liegt die Wahrscheinlichkeit, dass die von Ihnen ausgesuchte Zahl bei den nächsten drei Drehungen getroffen wird, bei 50.652:1 (für europäisches Roulette) und bei 54.871:1 (für amerikanisches Roulette).

Es sollte also niemals vergessen werden, dass, obwohl Setz-Systeme einem wie eine gute Idee erscheinen mögen, sie sich doch ohne den geringsten Zweifel als eine verlustreiche Angelegenheit herausgestellt haben.

Wahrscheinlichkeiten beim amerikanischen Roulette

Das amerikanische Rouletterad weist eine Null, eine Doppel-Null und 36 reguläre Zahlen auf. Somit gibt es 38 mögliche Fächer, in denen die Kugel landen kann. Wenn Sie auf eine einzelne Zahl setzen, haben Sie dementsprechend eine Gewinnchance von 1/38. Anders ausgedrückt, auf lange Sicht werden Sie eine von 38 Drehungen gewinnen. Die folgende Tabelle zeigt Ihnen die Wahrscheinlichkeiten für jedes mögliche Ergebnis auf.

Einsätze Gewinnauszahlung Gewinnwahrscheinlichkeit
Ungerade 1:1 46.37 %
Gerade 1:1 46.37 %
Schwarz 1:1 46.37 %
Rot 1:1 46.37 %
1-18 1:1 46.37 %
19-36 1:1 46.37 %
1-12 2:1 31.58 %
13-24 2:1 31.58 %
25-36 2:1 31.58 %
Einzelne Zahl 35:1 2.63 %
Kombination aus zwei Zahlen 17:1 5.26 %
Kombination aus drei Zahlen 11:1 7.89 %
Kombination aus vier Zahlen 8:1 10.53 %
Kombination aus sechs Zahlen 5:1 15.79 %
Combination of 1-2-3-0-00 6:1 13.16 %

Denken Sie daran, dass es sich hier um die Wahrscheinlichkeiten basierend auf einem amerikanischen Rad handelt. Da das europäische Rad keine Doppel-Null aufweist, sind die Wahrscheinlichkeiten basierend auf diesem im Vergleich wesentlich günstiger für den Spieler, wie Sie der folgenden Tabelle entnehmen können.

Wahrscheinlichkeiten beim europäischen Roulette

Aufgrund der fehlenden Doppel-Null (00) beim europäischen Roulette haben Spieler bedeutend bessere Chancen, zu gewinnen. Um dies mit einem Beispiel zu veranschaulichen: Für jeden € 1, den Sie beim europäischen Roulette einsetzen, werden Sie erwartungsgemäß 97,37 Cent auf lange Sicht zurückerhalten (€ 1 minus der Hausvorteil von 2,63 % bzw. 2,63 Cents). Beim Spiel der amerikanischen Version hingegen würden Sie erwartungsgemäß nur 94,74 Cents zurückerhalten.

Einsätze Gewinnauszahlung Gewinnwahrscheinlichkeit
Ungerade 1:1 48.6%
Gerade 1:1 48.6%
Schwarz 1:1 48.6%
Rot 1:1 48.6%
1-18 1:1 48.6%
19-36 1:1 48.6%
1-12 2:1 32.4%
13-24 2:1 32.4%
25-36 2:1 32.4%
Einzelne Zahl 35:1 2.7%
Kombination aus zwei Zahlen 17:1 5.4%
Kombination aus drei Zahlen 11:1 8.1%
Kombination aus vier Zahlen 8:1 10.8%
Kombination aus sechs Zahlen 5:1 16.2%